Aktiv älter werden im Landkreis Freising

– 10 – Soziales M an hört und sieht es immer wie- der, dass Senioren ihre Tage da- mit verbringen, Pfandflaschen aus Containern zu sammeln, oder man liest: „Alte Dame klaut Kosmetika“, weil das Geld für einen kleinen Luxus fehlt. In vielen Fällen reicht die Rente nicht aus um ein menschenwürdiges Dasein zu fristen. Man fragt sich: Wer kann in unserem reichen Land im Alter arm sein? Von Altersarmut spricht man, wenn der nicht erwerbstätige Teil der Be- völkerung seinen Bedarf aus den Leis- tungen der gesetzlichen und priva- tenVersorgungssysteme nicht decken kann. Damit wird Altersarmut nach dem Einkommen definiert, das nicht zur Verfügung steht. Altersarmut – wenn es für‘s Leben nicht reicht Hauptverursacher sind dabei natür- lich auch die hohen Mieten. Es gibt auch immer mehr Rentner die nicht nur pflege- sondern auch hilfsbedürf- tig sind. Sie haben genug gearbeitet aber eben nicht genug verdient. Gera- de Frauen, diewegen ihrer Kinder nur in Teilzeit arbeiten konnten, deshalb weniger verdient haben und jetzt, oft alleinstehend, mit einer sehr gerin- gen Rente auskommen müssen. Da bleibt oft nur der Gang zum Sozial- amt, den viele aus Schamscheuen. Da muss man sich fragen: Verdienen das unsere Väter undMütter? Aber auch: „Werden wir dann später genug ver- dient haben für einmenschenwürdi- ges Leben?“ Diese Fragen beinhalten eine der gro- ßenHerausforderungen der Zukunft. Laut VDKwerden immer mehr ältere Menschen aufgrund einer Notlage in den Schuldnerberatungen vor- Von Rita Schwaiger stellig. Den Weg zu den Beratungs- stellen fanden sie zu spät. Oft sind es auch körperliche Gebrechen, die, wie es die Betroffenen sehen, letzten Endes zur finanziellen Kapitulation „zwingen“. Jahrelang schränken sich die Menschen vor Stolz und Scham ein. Sie sparen an Essen, Strom und Heizung. Eine notwendige Brille, eine Zahnbehandlung oderMedikamente sind finanziell unerreichbar. Dabei gibt es Hilfen, auch finan- zielle! Bei caritativen Einrichtungen weiß man um Stiftungen und Ver- eine, die es sich zum Ziel gemacht haben, in Notlagen mit Spenden zu unterstützen. Deshalb: Zeitig genug „Rat und Tat“ amWohnort suchen umneue Lebens- perspektiven zu finden. Auskunft geben Landratsämter, Kirchen und Verbände.

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