Aktiv älter werden im Landkreis Freising

Wenn ich an meine Oma zurückden- ke, dann sehe ich sie vor mir, wie sie Holz hackt, Zwetschgen für den Dat- schi aufdrückt und noch öfter, wie sie Socken strickt. Beim Sockenstricken und Zwetschgenaufdrücken hat sie oft selbsterfundene Geschichten er- zählt. Sehr phantasievoll, wenngleich aus jetziger Sicht gesehen, pädago- gisch nicht astrein. Aber mei. Was willst machen? Was die Strickerei angeht: Da möchte man ja meinen, es wäre eine gemütliche Tätigkeit und friedlich noch dazu. Bei uns da- heimwar das weder gemütlich noch friedlich. So viel kann ich Ihnen ver- raten! Wissen`s, die Oma war recht stur und die Socken grundsätzlich zu klein. Dass man die im Gummistiefel irgendwo hatte, nur nicht an den Fü- ßen, ignorierte sie vehement. Wir ha- ben es irgendwann aufgegeben, ihr zu widersprechen und so hatte der Kleinste der Familie, also ich, eine ei- gene Schublade mit selbstgestrick- ten Socken. Alle bunt, weil die Farb- zusammenstellung war ihr nämlich auch wurscht. Sie hat halt genom- men, was an Wollrestel grad da war und der Kas war damit bissn. Und ein Massel imMensch-ärgere-Dich-nicht hatte diese Frau! Vermutlich ging da nicht immer alles mit rechten Din- gen zu, denn so oft kann man gar nicht gewinnen. Unter uns gesagt: Ich glaube ja, meine Oma hat ein- fach nur sauber bschissn und sich da- bei äußerst geschickt angestellt. So wird das wohl gewesen sein! So oder so: Mit der Oma war es immer lus- tig und sie lernte uns immerhin al- les, was einem im Leben voranbringt: Höflichkeit, Manieren, Fleiß und Knö- del einlegen. Wenn wir brav waren, wurden wir gelobt, wenn wir was angestellt ha- ben, hat sie uns die Ohrwaschel lang- gezogen. Heutzutage sagt man dazu „erzieherisch einwirken“, aber raus- laufen tut es trotzdem auf dasselbe. Und die heutigen Großeltern? Die lernen ihren Enkelkindern selbstver- ständlich auch alles, was sie im Leben voranbringt. Demnach steht Knödel einlegen immer noch hoch im Kurs. Auch gestrickt wird noch sehr gerne. Was das angeht, so drücke ich allen Kindern die Daumen, dass die Omas nicht allzu stur sind und ein gutes Au- genmaß für Größe und Farbe besit- zen. Und noch etwas, auch wenn Sie, liebe Leser, das jetzt nicht gerne hö- ren. Ich gehe jedeWette ein, dass das Bscheissn beimMensch-ärgere-Dich- nicht auch dieser Tage noch prakti- ziert wird! Vieles ist also gleichgeblie- ben. Es hat sich aber auch allerhand verändert. Heutzutage übernehmen Großeltern oftmals einen großen Teil der Erzie- hungsarbeit. Sie sorgen somit für ei- nen reibungslosen Tagesablauf für ihre Enkel und deren Eltern. Hausauf- gabenbetreuung, Fahrdienste, Arzt- besuche – da kommt ganz schön was zusammen. Die Zeiten sind hektischer geworden und dem kann sich eine junge Familie auch nicht einfach so entziehen. Die Gemütlichkeit im Fa- milienalltag kommt dadurch zwangs- läufig ein bisschen zu kurz. Bei Oma und Opa schaut`s da anders aus. Die haben grundsätzlich immer Zeit!! Und wenn sie keine haben, dann neh- men sie sich welche. So einfach ist das – zumindest aus Sicht der Kinder. Zu- dem haben Großeltern die coolsten Einfälle, was man den ganzen Tag über anstellen kann und das Essen das schmeckt nirgends so gut wie bei der Oma am Küchentisch. Oftmals darf man bei den Großeltern auch ein bisserl mehr als daheim, das ist natürlich auch eine feine Sache. Wennman ganz besonders viel Glück hat, dann sind Oma und Opa selber noch rechte Kindsköpfe. Da hat man dann aber schon ein sauberes Mas- sel als Enkelkind. Generell könnt man sagen: Sich rundherum wohlfühlen und die Alltagshektik einmal da hin- schicken, wo der Pfeffer wächst, das haut nirgends so gut hin wie bei Oma und Opa. Liebe Großeltern – Ihr seid einfach eine Schau! Liebe Großeltern – Ihr seid einfach eine Schau! Von Rosi Strasser – 11 – Soziales

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