Aktiv älter werden im Landkreis Freising

– 12 – Soziales Von Arno Bock Rollatoren von der Kasse V iele Menschen mit einemHandi- cap sind sich einig: Der Rollator ist eine der besten Errungenschaften der letzten 50 Jahre. Wer unsicher beim Gehen ist, vielleicht deswegen auch schon gestürzt ist, sollte mit sei- nemArzt reden und ihn bitten, einen Rollator zu verschreiben. Doch Ach- tung, die Kassen bewilligen in der Re- gel nur ein technisch veraltetes Stan- dardmodell. Die Stiftung Warentest hat sich die Krankenkassenmodelle angeschaut. Sie sind im Alltag nur zu gebrauchen, wenn man sie aus- schließlich in der Wohnung nutzt. Für den Einkauf oder ei- nen Spaziergang sind sie viel zu schwer, sind auf Kopfsteinpflaster eine Tortur für den Nut- zer und lassen sich nur schwer zusammenfal- ten, um sie z.B. im Auto mitzunehmen. Wer glaubt, einen Rollator zu benötigen, sollte sich erst einmal bei einem Sanitätsfach- geschäft kundig machen und ein paar Modelle ausprobieren. Mit diesen Erfahrungen geht man dann zu seinem Hausarzt und bit- tet ihn, ein Rezept auszustellen. Da- bei sollte der Arzt berücksichtigen, dass das Kassenmodell immerhin 9 bis 10 kg schwer ist. Ist das für den oder die Patienten zu „stemmen“? Arthrose, Schmerzen in Händen und Beinen, Luftnot und andere Be- schwerden sollte der Arzt im Rezept vermerken. Es muss auch in der Ver- ordnung deutlich begründet werden, dass das Standardmodell für den Pa- tienten ungeeignet ist. Nur so besteht eine Chance, eine bes- sere und leichtere Alternative bewil- ligt zu bekommen. Wer mit seinem Rollator auch mal mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist oder einen Busausflug mitmachen will, ist mit einem von der Stiftung Waren- test empfohlenen Modell natürlich gut dran. Man kann es leicht zusam- menfalten, ohne sich die Finger zu quetschen, es ist im Bus oder Auto leicht unterzubringen und fährt auch bei einer Stadtführung über holpri- ges Pflaster. Die Kassen zahlen für das Standard- gerät 60 €. Die erst– und zweitplat- zierten Testsieger der Stiftung Wa- rentest kosten 535 bzw. 410 Euro. Wenn die Kasse nur 60 Euro bei- steuert, ist für viele Menschen die Aufzahlung unerschwinglich. Bei bestimmten Krankheiten be- steht die Chance auf ein bes- seres Modell oder einen hö- heren Zuschuss. Eine gute ärztliche Begründung ist also Gold (Geld) wert. Lehnt die Kasse die Kostenübernah- me ab, dann sollte man Wider- spruch einlegen. Kopieren Sie deshalb das Rezept mit der Begründung des Arztes be- vor Sie Ihren Antrag bei der Kasse einreichen. Lehnt die Krankenkasse ein für Sie geeignetes Modell ab, dann sollten Sie nicht auf- geben. Ein Widerspruch gegen die Ablehnung führt öfter als man denkt zum Erfolg. © JESSICA WIEDEMANN | Saljol GmbH

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