Aktiv älter werden im Landkreis Freising

– 16 – Wissenswertes zum Thema Gesundheit H errlich ist es, wennmanmorgens ausgeschlafen aus demBett stei- gen kann. Doch leider bleibt das für Millionen Menschen ein frommer Wunsch. Nachtswälztman sich schlaf- los im Bett, tagsüber bezahlt man mit ewigerMüdigkeit die Zeche dafür. Nicht nur, dass die Schlafdauer kürzer ist, sie ist auch schlechter geworden, so belegen es viele Studien. Viele älte- re Menschen sind aus verschiedenen Gründen betroffen und oft bleibt nur der Ausweg über die Schlaftablette. Schlaf ist Erholung des Immunsys- tems, des Gehirns und anderer Or- gane, eine wichtige Maßnahme der Evolution, um den Körper gegen die Auseinandersetzungen im Wach- zustand fit zu halten. Schlafmangel, zumal wenn er chronisch ist, verrin- gert die Fähigkeit dazu und kann zu Blutdrucksteigerung, Diabetes, Herz- Kreislauferkrankungen, Gedächtnis- schwäche und vielem mehr führen. Was ist überhaupt guter Schlaf? Ist das acht Stunden Durchschlafen am Stück wie ein Stein? Und alles ande- re ist ungesund? Zahlreiche Studien kommen zum Schluss, dass Erwach- sene im Durchschnitt sieben bis acht Stunden Schlaf brauchen, Säuglinge und Kranke mehr, alte Menschen weniger. Die Ursache von Unterschieden ist genetisch bedingt und vom Gehirn gesteuert. Wir durchlaufen proNacht vier bis fünf Schlafzyklen von jeweils 90 Minuten. In der ersten Nacht- hälfte schläft man überwiegend tief und erholsam mit wenig Träumen. In der zweiten ist es umgekehrt. Je- der Mensch, auch der gute Schläfer, ist nachts ungefähr 30 mal wach. Man vermutet, dass da ein natürli- cher Schutzmechanismus anspringt, denn unsere Vorfahrenwaren nachts schutzlos, sie öffneten kurz die Au- gen um sicher zu sein, dass kein ge- fährliches Tier herumstrich oder das wärmende Feuer noch brannte. Ein bewährtes Alarmsystem. Diese ganz normalen, nicht schädli- chenWachphasen dauern nur wenige Sekunden bis Minuten, zu kurz, um sich am nächsten Morgen daran zu erinnern. Mit einer Ausnahme:Nachts um drei schaltet der Organismus auf wach. Langsam startet die Aufwach- phase, die Tiefschlafzeit ist zu Ende, die Temperatur steigt, der Kreislauf kommt in Schwung. Das bewirkt un- sere innere Uhr, die daran erinnert, dass wir im Kosmos eingebettet sind und das Sonnenlicht ihr wichtigster Taktgeber ist. Grund auch dafür, dass wir tagsüber immer mal wieder einen kleinen Hänger haben, weniger leis- tungsfähig sind, besonders zwischen 13 und 14 Uhr, die Zeit für einenMit- tagsschlaf. Damit lässt sich auch prima ein leichtes Schlafdefizit ausgleichen, jedoch nicht, wennman überWochen wenig zur Ruhe kommt und einmas- sives Schlafdefizit anhäuft. Da hilft dann auch das „einmal richtig Aus- schlafen“ amWochenende nicht. Der Organismus verlangt Gleichmä- ßigkeit. Für Menschenmit unruhigem Schlaf gibt es gute Empfehlungen. Bewegung am Tag macht müde, ein Abendessen sollte leicht verdaulich, fettarm und ohne zu viele Fleisch- produkte sein, die ideale Temperatur unter der Bettdecke bei 30°C liegen. Der Schlaftrunk erleichtert zwar gu- tes Einschlafen, zu viel davon vermas- selt aber den Tiefschlaf und erzeugt Unruhe. Eine Technik, die Soldaten in Schüt- zengräben des II.Weltkrieges wenigs- tens kurzes Einnicken ermöglichte, er- lebt gerade in USA eine Renaissance. Sie geht so: Entspannen Sie die Mus- keln im Gesicht, auch die der Augen und der Zunge. Dann die Schultern und Arme sinken lassen. Einatmen, ausatmen. Die Brust entspannen, die Beine entspannen. An nichts denken, dann an eines der folgenden Bilder: Sie liegen in einemKanu auf spiegel- glatter See, über sich der blaue Him- mel, Stille. Sie liegen in einer Hänge- matte aus schwarzem Samt in einem pechschwarzen Raum. Sagen Sie zehn Sekunden langsamzu sich selbst:Den- ke nicht, denke nicht, denke nicht. Übrigens: der berühmte italienische Schauspieler Vittorio De Sica hatte ein sehr preiswertes Mittel zum Ein- schlafen: Fernsehen ist das einzige Schlafmittel, das mit den Augen ein- genommen wird. Gebrauchsanweisung für einen besseren Schlaf Text: Dieter Höflich, Apotheker

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