Aktiv älter werden im Landkreis Freising

Fitness für die grauen Zellen Lebenslanges Lernen macht gesund und glücklich bis ins hohe Alter Lernen macht Spaß, hält geistig fit und erweitert den Horizont. Deshalb ist „Lebenslanges Lernen“ so wichtig. Dabei geht es ummehr als berufliche Weiterbildung. Ja, auch im Renten- alter und weit darüber hinaus pro- fitieren Menschen, wenn sie weiter lernen. Bildungsangebote für ältere Menschen nehmen ständig zu, den- noch gibt es noch einiges zu tun, weiß Nicola Röhricht. Sie ist Kulturpädago- gin und Referentin für Digitalisierung und Bildung bei der Bundesarbeits- gemeinschaft der Seniorenorganisa- tionen e.V. (BAGSO) und hat den Bil- dungsbereich für Seniorinnen und Senioren fest im Blick. „Es ist wissen- schaftlich erwiesen, dass Bildung im Alter Gesundheitsprävention ist. Sie hält Körper und Geist fit“. Diese Tat- sache ist für Röhricht das „schlagen- de Argument“ für gute Bildungsan- gebote. Das Schöne am Lernen im Alter sei, dass man interessengelei- tet lernen könne. „Das empfinden die Menschen als wohltuend“, sagt Röhricht. Wichtig sei dabei die At- mosphäre und die Ausrichtung: Nicht in erster Linie leistungs- und zielori- entiert, sondern mit dem Fokus auf neue Erfahrungen, Austausch und persönliche Atmosphäre. „Die Älte- ren sind so vielfältig wie nie zuvor“, weiß Röhricht und so sollten auch die Angebote sein. Da ist eine gemeinsame Wanderung ebenso gefragt, wie der Nachmit- tagsvortrag bei Kaffee und Kuchen oder auch Bewegungsangebote spe- ziell für Ältere. Aber es darf auch an- spruchsvoller sein, wie ein umfang- reiches Seniorenstudium. Das bietet z.B. die LMU München an, aber auch in Freising gibt es seit 2013 eines. Das Katholische Kreisbildungswerk hat sich bewusst dafür entschieden, Bil- dung auf hohemNiveau anzubieten, mit Dozenten aus Wissenschaft und Forschung. Der Studienleiter Florian Heinritzi setzt vor allem auf Themen aus Kul- tur und Geschichte. In vier Semestern reisen die Studierenden vom frühen Mittelalter bis in die Moderne durch dieWeltgeschichte – den gewählten Themenschwerpunkt immer im Fo- kus. Dabei seien Kontakt, Austausch, auchmal ein gemeinsames Mittages- sen ebenso wichtige Aspekte wie die Diskussion mit den Dozenten oder ausgewählte Exkursionen, weiß Hein- ritzi. „Ich war überzeugt, dass es un- ter den Seniorinnen und Senioren das Publikumgibt, das Interesse an dieser Art von Bildung hat“, sagt Heinritzi über seine Beweggründe, das Senio- renstudium in Freising zu etablieren. Und auch er hat über die Jahre fest- gestellt: „Die geistige Beschäftigung ist essentiell für das Wohlbefinden der Menschen.“ Nicht ohne Grund seien die ältesten Studierenden um die 80 Jahre alt und immer noch mit Freude dabei. „Die sind weiterhin of- fen, agil und wollen ernst genom- men werden“, sagt der Theologe und Historiker. Aber Alter spiele im Se- niorenstudium keine wichtige Rolle, den Einstieg machten viele bereits mit Mitte 50. Das gleiche erlebt auch Nicola Röh- richt in ihrer Arbeit bei der BAGSO. „Lernen bedeutet Teilhabe, bedeu- tet im Leben zu stehen.“ Deshalb sei es nun auch wichtig, die Seniorinnen und Senioren digital fit zu machen. Denn Lernen findet immer mehr auch Online statt. Das Problem laut Röh- richt: „Wir haben rund 30 Millionen Menschen 60 plus und 10 Millionen davon sind nicht im Internet.“ Hier muss nachgelegt werden“, sagt sie und wünscht sich mehr Angebote, die ältere Menschen im Sinne des „le- benslangen Lernens“ an die digitalen Medien heranführen. Manche Volkshochschulen bieten entsprechende Kurse an, wie z.B. die vhs Freisingmit demAngebot „Inter- net Grundlagen“. Wo in der eigenen Umgebung solche Veranstaltungen stattfinden, kann man auch über die BAGSO erfahren. Die „Servicestelle für Digitalisierung und Bildung“ un- terstützt nämlich beide Seiten und bringt zusammen, was zusammen gehört: die, die lernen wollen und die, die Wissen vermitteln möchten. Claudia Bauer, Katholisches Kreisbildungswerk Freising .V. Tipps: Die „Servicestelle für Digitalisierung und Bildung“ der BAGSO bietet Infos und Unterstützung sowohl für Lernwillige als auch für Bildungsanbieter. Die eigens dafür entwickelte Webseite www.wissensdurstig.de liefert z.B. In- formationen über Angebote in der eigenen Stadt, Infomaterial und allerlei Wissenswertes rund um das Thema „Bildung im Alter“ – 20 – Wissenswertes zum Thema Gesundheit

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