Aktiv älter werden im Landkreis Freising

– 26 – Freizeit & Erholung D er Geruch von schwarzer Erde, warm und feucht, ein würzi- ger Hauch von Pilzen, Moos, Blättern und Fichtennadeln. Das Spiel des Lichtes auf den Blättern, der hel- le Schimmer, der die Stämme hoch- kriecht. Vögel fliegen von Ast zu Ast und schaukeln in den Baumkronen, manchmal durchbricht ihr Ruf die tie- fe Stille. Dort rauscht ein kleiner Bach durchMoos undWurzelwerk. Hier ra- schelt das Laub unter der Schuhsoh- le, knacken Äste. Der Wald spricht alle unsere Sinne an und ist meist eine Oase der Ruhe und Erholung. So ist es nicht verwunder- lich, dass das sogenannteWaldbaden auch in Deutschland immer mehr An- hänger findet. Die Idee stammt aus Japan: Shinrin-Yoku (Bad in der Wald- luft) und ist dort eine anerkannte Therapieform. In den 60 Heilwäldern Japans treffen sich Hunderttausende und suchen Erholung vom Stress des Alltags. In Deutschland gibt es bisher nur einen ausgewiesenen Heilwald: in Heringsdorf auf Usedom. Wir müs- sen jedoch nicht in die Ferne schwei- fen: In unserem Land finden wir wun- derbareWälder, die uns zum Erleben einladen. Waldbaden heißt: Wir verlassen den Kopf und tauchen mit allen Sinnen ein in die Atmosphäre des Waldes. Wie gut das tut spürt jeder auch ohne wissenschaftliche Untersuchung. Doch die gibt es auch. „Die Bäume setzen Terpene frei, das sind chemi- sche Botenstoffe, die die Killerzellen vernichten. Dreieinhalb Stunden im Wald - das hält für eine ganze Wo- che“, sagt Bea von Borcke, Sportpä- dagogin und Kursleiterin für Wald- baden. Beim Waldbaden kommt es nicht auf‘s Tempo an, manmuss auch nicht superfit sein. Wenige Schritte in den Wald hinein reichen, um tol- le Erlebnisse zu haben. Sich an einen Baum anlehnen, die Augen schlie- ßen und die Rinde erfühlen. Das ein- brechende Licht in den Baumkronen wirken lassen, wobei hier ein kleiner Taschenspiegel hilfreich sein kann, wenn man sich nicht hinlegen möch- te. Ein Stück barfuß gehen und den Waldboden oder einen am Boden liegenden Ast ertasten. Eine ganz kleine Stelle am Waldboden einkas- teln, z.B. mit einem leeren Diarähm- chen und beobachten was da kreucht und fleucht. Und auf die vielen Ge- räusche des Waldes hören: das Rau- schen der Blätter, das Knacken der Äste, das Zwitschern und Rufen der Vögel, das Surren der Insekten. Das alles wird dazu führen, dass das Herz gemächlicher schlägt, der Stresspegel sinkt und die Stimmung steigt - Ver- suchen Sie es einmal Der Wald als Seelenstreichler Von Waltraud Bauhof

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