Aktiv älter werden im Landkreis Freising

– 26 – Literatur Janosch, mit bürgerlichem Namen Horst Eckert, wurde am11.3.1931 im oberschlesischenHindenburg, heute Zabrze, Polen geboren. Die ersten drei Jahre seines Lebens wuchs er bei sei- nen Großeltern auf. Die Armut war unbeschreiblich. Seit- her kann er mit fast nichts leben. Er sieht es heute so: Du hast mehr Gele- genheiten zur Freude und sei es über ein Stück Käse auf dem Brot. Später hatten seine Eltern eine Wohnung und das Zusammenlebenwurde sehr schwierig. Mit Gewalt, Streit, Alkohol, Unterdrückung und Ausgrenzung war er oft konfrontiert. Diewichtigste Zeit seines Lebens sieht er als seine Arbeit in einer Schlosserei. Dort machte er eine Ausbildung als Schmied und die Erfahrung, dass es nichts gibt, was nicht geht. Kriegsbe- dingt mangelte es in der Schlosserei an allem. Er lernte früh zu improvi- sieren und sich nicht unterkriegen zu lassen. Nach dem Krieg zog er mit seinen Eltern nach Bad Zwischenahn. Er ar- beitete in einer Baumwollspinnerei, nebenbei als Nachtwächter und be- suchte mit 19 Jahren eine Textilfach- schule in Krefeld. Der Paul-Klee-Schü- ler Gerhard Kadow, beeinflusste ihn nachhaltig. Als seine Anfänge als Maler keinen Erfolg zeigten, wurde er Schriftstel- ler. 1960 erschien das Buch „Die Ge- schichte von Valek dem Pferd“. Mit diesem und weiteren Büchern war ihmkein Erfolg beschieden. Erst 1978 gelang Janosch mit „Oh wie schön ist Panama“ der große Durchbruch. 1980 folgte „Post für den Tiger“. Auf- fallend in seinen Büchern ist immer wieder, wie Kleinigkeiten Bär und Ti- ger erfreuen, und dass Freundschaft ein hohes Gut ist. Die Tigerente ist sei- Autorenvorstellung: Janosch Von Anna Gründel ne bekannteste Figur. Mit „Janoschs Traumstunde“entstand eine Zeichen- trickserie, die Kultstatus erreichte. Der „Tigerenten-Club“ wurde eine der erfolgreichsten Kindersendungen in Deutschland. 1980 zog er nach Tene- riffa und lebt bis heute dort. Zahlreiche Preisewurden Janosch für sein künstlerisches Schaffen verlie- hen. Darunter 1975 der Literaturpreis der Landeshauptstadt München, 1979 der deutsche Jugendbuch- preis, 1992 für sein Romanwerk der Andreas-Gryphius-Preis, 1993 das Bundesverdienstkreuz und 2002 er- hielt er den Bayerischen Poetentaler. 2013widmete ihmdie Deutsche Post zwei Briefmarken. Neben den zahl- reichen Kinderbüchern ist auch der Roman „Gastmahl auf Gomera“ sehr lesenswert. © Dieter Schöpf © Dr. Tuc | flickr.com

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