Aktiv älter werden im Landkreis Freising

– 30 – Vereine & Institutionen Deutlich zu hören ist das „Pro- sit der Gemütlichkeit“ an der Moosach in der Freisinger Jo- hannisstraße. Lachen, Krü- geklirren und Bratwurstduft erinnern Passanten an das Volksfest in der „guten alten Zeit vor Corona“. Genau das ist der Zweck des hauseige- nen „Volksfests dahoam“ für die Seniorinnen und Senioren mit Behinderung im Wohn- haus Johannisstraße der Lebenshilfe Freising. 14 Damen und Herren leben derzeit an der Johannisstraße, eine von sechs Wohneinrichtungen der Lebenshilfe. Die anderen 28 Damen und Herren genießen ihren Lebens- abend in der Stadt, wie in Freising oder Moosburg oder auf dem Land, wie im Hermann-Altmann-Haus in Sünzhausen. Dort arbeitet Ina Tomasek. Sie leitet den Arbeitskreis (AK) Rente: „Die Se- niorenbetreuung bei der Lebenshilfe ruht auf drei Säulen. Zunächst gibt es in jeder Wohneinrichtung eine spe- zielle Tagesstruktur für die Seniorin- nen und Senioren. Jeder Wochentag ist anders geprägt: einmal gibt es ein gemeinsames Töpfern, einmal ma- chen wir Musik oder es gibt Senioren- gymnastik. Oder es geht raus: kleine Gruppen gehen spazieren oder zum Einkaufen in die Stadt.“ Dazu kom- men einrichtungsübergreifend die Aktionen des AK Rente, zum Beispiel Tagesausflüge mit demKleinbus und vor allem ein umfassendes Informa- tions- und Beratungsangebot. „Uns ist besonders wichtig, den Übergang von der Arbeitsphase in die Rente so sanft und unaufgeregt wie möglich zu gestalten. Manche freuen sich da- rauf, endlich Rentner/in zu sein, an- dere fallen in ein tiefes Loch. Letzte- res wollen wir verhindern durch viele Infos und Treffs von noch Arbeiten- den und Rentnern. Da können sich beide Seiten schon einmal kennen- lernen und sich austauschen, wie das so ist, wenn man nicht mehr arbei- ten muss/darf“, veranschaulicht Frau Tomasek die Aufgabe des AK Rente. Die dritte Säule der Seniorenbe- treuung bei der Lebenshilfe Freising setzt sich aus den individuell buch- baren Angeboten der Offenen Be- hindertenarbeit (OBA) zusammen. Alle Unternehmungen sind alters- unabhängig und so können beim Theaterbesuch, Kegeln oder Ausflug Senioren und Jugendliche etwas zu- sammen erleben. Es gibt aber auch ein extra Programm für Ältere: Ein wöchentlicher Seniorentreff richtet sich an alle Menschen mit Behinde- rung ab 55 Jahren. Dazu gibt es Kino- nachmittage oder ein Nos- talgiecafé, wo man über alte Zeiten ratschen kann. Egal ob man sich zu Neu- em anregen oder einfach entspannen möchte: Jede und jeder kann, niemand muss – das gilt für alle An- gebote für die Seniorinnen und Senioren bei der Le- benshilfe Freising. Zurück auf die Terrasse des Wohn- hauses Johannisstraße: Würstl, Sau- erkraut und Bier und die extra geba- ckenen Lebkuchenherzen sind schon verdrückt. Zu Volks- und Schlagermu- sik schunkeln und tanzen die älte- ren Leute, zum Teil auch imRollstuhl, um die Tische herum. „Der Zweck des Tags ist voll aufgegangen“, sagt Hausleitung Lisa Hinrainer. „Unsere Seniorinnen und Senioren konnten unbeschwerte Stunden in Volksfest- atmosphäre genießen. Bald gibt es allerhand zu erzählen vom Corona- Volksfest 2020 in Freising“. Dr. Martin Weindl Lebenshilfe Freising e.V. Gartenstr. 57, 85354 Freising martin.weindl@lebenshilfe-fs.de Tel. (08161) 4830-124 Fax (08161) 4830-324 Mobil (0160) 94921044 Im Alter „dahoam“ sein – auch mit Behinderung Drei Säulen der Betreuung für Seniorinnen und Senioren mit Behinderung bei der Lebenshilfe Freising

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