Aktiv älter werden im Landkreis Freising

– 30 – Historische Orte im Landkreis Freising D er Pantaleonsberg kann als die Wiege Kranzbergs angesehen werden. Zwei Scherben aus der frühen Bronzezeit (ca. 1800 v. Chr.) die bei einer Sondierungsgrabung zumVorschein kamen, bezeugen die- se Vermutung. Die geologische und topographische Lage des Pantaleons- berges war strategisch zu allen Zeiten für Machthaber und Bewohner von großer Bedeutung. Siedler aus unter- schiedlichen Epochen haben hier ihre Spuren hinterlassen. Die erste Ansiedlung auf dem Pan- taleonsberg bleibt imDunkeln. Es ist jedoch davon auszugehen, dass auch vor der ersten Erwähnung um 1200 bereits Gebäude existierten. 1329 er- fahren wir anlässlich der Neubefesti- gung der Burg von der Kapelle. In dieser Urkunde heißt es: „dass Friedrich von Achdorf, unser Burggraf von Cransberg und andere unserer Burggrafen, die vor ihm da- gewesen sind, uns oft und dick (nach- drücklich) fürgetragen und geklagt haben, den großen Gebresten (Man- gel), den sie haben auf dem Berg zu Cransberg davon, dass von altenDin- gen (vor alten Zeiten) ein Begräbnis dagewesen ist. So sein wir mit unse- rem lieben Herrn Conrad, dem ehr- samen Bischofe von Freising überein- gekommen, dass wir einen ewigen Kaplan gestiftet und gemacht haben auf unser vorgenannten Veste Crans- berg also, dass er alle Tage eine Meß darauf halten und mit dem Burg- grafen daselbst die Kost haben soll. Und daß er desto Baß (lieber) blei- ben möge, haben wir ihm geschafft 8 Pfd. Münchner Pfennige von den 20 Pfunden, die wir haben jährlich aus unserer Vogtei von dem Gotteshaus Indersdorf, die der Angelberger von uns innegehabt und die uns nun sind ledig geworden“. Schon zwei Jahre später besserte Her- zog Heinrich XIV. der Ältere (1312 – 1339) diese Messstiftung, „dass ein Pfarrer zu Cransberg“ desto baß on Abgang einen Priestermöge gehalten in der Capelle der Burg zu Cransberg mit 2/3 Kleinzehnt in dieser Pfarrei auf „die anvor einem Burgvogt da- selbst gehörten“. Wie im Schloßbild nachträglich fest- gehalten, haben während des Drei- ßigjährigen Krieges schwedische Rei- ter die Burg zerstört. Es steht: „Am hehl; Auffahrtstag Anno 1632 durch 50 schwedische Reütter verprendt worden“. „Anno 1666 (1660) als- dann hat man die ietzige Capeln neu erpauth. Herzog Heinrich und Hein- richOtto von Landthüdt habenAnno 1329 und 1331 alda ain ewige Mösß gestüftet Sanct Pantaleon zü ehren. Nachdem die Ruine bis 1660 stehen blieb, mussten die zum Landgericht gehörenden Bauern zwischen dem 12. Juli und 18. September 495.035 Ziegelsteine nachMünchen transpor- tieren zum Bau des Marstalls in der Residenz. Mit den restlichen Ziegel- steinenwurde die Kapelle erbaut, die dann 1807 auf Druck des Bayerischen Der Pantaleonsberg – die Wiege Kranzbergs Von Alfons Berger

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