Aktiv älter werden im Landkreis Freising

– 34 – Ratgeber J eder von uns kann durch Unfall, Krankheit oder Alter in die Lage kommen, dass er wichtige Angele- genheiten seines Lebens nicht mehr selbstverantwortlich regeln kann. Ein erster Schritt, die Vorstellungen für folgenschwere Entscheidungen im Leben kundzutun, ist das Erstellen einer Patientenverfügung. Hat ein Pa- tient seineWünsche für die medizini- sche Versorgung schriftlich festgehal- ten, müssen sich die behandelnden Ärzte nach diesen Vorgaben richten, sofern diese mit der bestehenden Si- tuation übereinstimmen. Lehnt ein Patient in diesem Dokument z. B. ab, in einem Notfall lebensverlängern- de Maßnahmen zu erhalten, dürfen Mediziner solche Maßnahmen nicht einleiten. Es sollte bei der Betreuung imKrank- heits- oder Pflegefall nichts dem Zu- fall überlassenwerden. Die Vollmacht ermöglicht ein hohes Maß an Selbst- bestimmung. Man benennt eine oder mehrere Personen des Vertrauens, die bereit sind, im Bedarfsfall zu han- deln. Jedoch sollte sichergestellt sein, dass dieser Wille im Zweifel auch von jemandem zur Geltung gebracht wer- den kann, der mit Rechtsmacht für Sie sprechen darf. Dies ist die Person, wel- che Sie hierzu bevollmächtigt haben. Deshalb empfiehlt es sich, die Patien- tenverfügungmit einer Vorsorgevoll- macht oder zumindest mit einer Be- treuungsverfügung zu kombinieren. Denn wenn Sie niemandem eine Voll- macht erteilt haben, wird bei Bedarf ein Betreuer bestellt. Doch auch die- ser ist gehalten bei den, für Sie zu treffenden Entscheidungen Ihren Willen zu beachten, wie er sich aus der Patientenverfügung ergibt. Die Patientenverfügung sollte ganz individuell formuliert sein, da sie ganz auf die eigene Person, die Ein- stellung zum Leben und auf den ak- tuellen Gesundheitszustand abge- stimmt werden soll. Die Verfügung erhält Gültigkeit, solange sie nicht durch eine aktualisierte Patienten- verfügung ersetzt wird. Diese Ak- tualisierung sollte immer dann vor- genommen werden, wenn sich der Stand der Gesundheit verändert. Da- bei macht es Sinn, sichmit demHaus- arzt abzusprechen. Bei der Vorsorgevollmacht können Sie sich von Ihren persönlichenWün- schen und Bedürfnissen leiten lassen sowie zusätzliche Anweisungen ge- ben, wie Ihre Angelegenheiten ge- regelt werden sollen. Gibt es keine Vollmacht zur Vorsorge, entscheidet das Gericht. Besteht der Wunsch, dass die Person, die Ihre Angelegenheiten rechtlich besorgt, vom Gericht kon- trolliert wird, können Sie statt einer Vorsorgevollmacht auch eine Betreu- ungsverfügung erlassen. Was ist der Unterschied zwischen der Vorsorgevollmacht und der Betreuungsverfügung? Mit der Vorsorgevollmacht hat der Bevollmächtigte das Recht, in Ihrem Namen zu handeln und zu entschei- den. Das heißt auch Unterschriften zu leisten. Die Betreuungsverfügung do- kumentiert lediglich Ihren schriftlich festgehaltenenWunsch, wenn nichts gegen den Vorgeschlagenen spricht. Der Betreuer wird in seinemHandeln regelmäßig vom Gericht kontrolliert und muss Rechenschaft ablegen. Vorsorgen für den Ernstfall Patientenverfügung, Betreuungsverfügung und Vorsorgevollmacht Die aktuelle Broschüre zum Thema Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung ist kostenfrei im Sachgebiet 23 des Landratsamtes Freising verfügbar. Sie enthält nützliche Informationen rund um das Thema Vorsorgevollmacht.

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